Sprache und Sprachgeschehen sind mir schon von meiner sprach- und literaturwissenschaftlichen Herkunft sehr nahe und wichtig. Während meines Studiums waren im Bereich der Linguistik die Zeichen-, Wahrnehmungs- und Kommunikationstheorien von mir bevorzugte Gebiete. Was die begegnende Erfahrung von Texten betrifft, verdanke ich Herrn Prof. Dr. Hans-Jost Frey sehr viel: In seinen Veranstaltungen in der Vergleichenden Literaturwissenschaft hat sich mir ein Zugang zum Lese- (und Schreib-)prozess eröffnet, der mich diesen als etwas universell Gültiges, nicht auf die Interpretation literarischer Texte Beschränktes, erkennen liess: Er ist ein Prozess, der sich, will er erfüllte Erfahrung und nicht unbezogene Begriffsakrobatik sein, niemals auf der intellektuellen Ebene allein abspielt, sondern dessen Wahrnehmung bzw. Ausdruck notwendigerweise die ganze Person mit allen Sinnesebenen involviert. Die Frage nach der Bedeutung der Leibhaftigkeit für die Existenz von etwas (im platonischen Sinne) Ideellem bzw. Spirituellem hatte mich schon während des Studiums so intensiv beschäftigt, dass sie zum Thema meiner Lizentiatsarbeit wurde. Eigene Körperarbeit hilft mir nun langsam, die dort gewonnenen Einsichten noch breiter in meine Wahrnehmungserfahrung zu integrieren. Die Erlebnisse in Familienaufstellungen haben hier ganz Wesentliches beigetragen. Dies fortzusetzen und für meine beraterische und körpertherapeutische Tätigkeit fruchtbar zu machen, steht jetzt im Mittelpunkt meines Interesses.
Dynamischer Zugang und gegenseitige Durchdringung von Körperarbeit und systemischen Vorgehensweisen:
Der systemische Therapieansatz und besonders die Familienaufstellungen entsprechen in der absichtslosen zulassenden Grundhaltung der Shiatsu-Körperarbeit, so wie ich sie kennen gelernt habe, mehr als alle anderen mir bisher bekannten Modelle. Das Verständnis beider, des Körpers und der Familie, als dynamische Systeme ist eine der wesentlichen Gemeinsamkeiten. Beide sind dauernd in Bewegung und Veränderung begriffen. Die Dynamiken, die Verhältnisse, welche bei Aufstellungen sichtbar werden, scheinen sich mir auch im Körper zu zeigen. Andererseits treten im Körper sich äussernde Muster auch in Aufstellunen wieder in Erscheinung. Hier liegt meines Erachtens ein grosses Potential, wie systemische Arbeit und Aufstellungsarbeit und Körperarbeit sich gegenseitig unterstützen und ergänzen können (Vgl. dazu den Artikel "Lösungen im Körper finden" von Guni Baxa und Regula Heller Rosselet in Praxis der Systemaufstellung Juni 2006).
"Verkörperungen - Systemische Aufstellung, Körperarbeit und Ritual".
Guni Baxa, Christine Essen und Astrid H. Kreszmeier
Heidelberg 2002, Carl-Auer- Systeme Verlag
"Zweierlei Glück"
Gunthard Weber
Heidelberg 1998, Carl-Auer Systeme Verlag
Guni Baxa und Regula Heller Rosselet
in Praxis der Systemaufstellung Juni 2006


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